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-Gedanken zum aktuellen Feminismus-

Als Frauen für das Wahlrecht kämpften und darum, Hosen tragen und die Berufe ausüben zu dürfen, die sie wollten, da war das Ziel des Feminismus klar: Gleichstellung. Frau wollte endlich die gleichen Rechte haben wie Männer und nicht am heimischen Herd versauern. Diese Ziele scheinen inzwischen fast vollständig erreicht. Zumindest in Westeuropa und je nach dem, wo im Land man sich bewegt. In den Großstädten scheint es mir kaum mehr eine Diskriminierung der Frau zu geben. Und ich drücke mich so vorsichtig aus, da ich natürlich nur von meiner Erfahrungswelt sprechen kann und eventuell gravierende Mängel übersehe. Meine Welt war von jeher durchzogen von arbeitenden Frauen, die auch Karriere machten. In der DDR wurde das durchaus begrüßt und mit einem gut ausgebauten Kindergartennetz auch unterstützt. In meinen letzten zwei Schulen waren Frauen Direktorinnen und hatten auch weibliche Stellvertreter, meine Alma Mater hatte eine Dekanin, meine Arbeitsuni nun auch. Und wir wollen nicht vergessen, daß unser Land seit geraumer Zeit von einer Frau regiert wird, die einige weibliche Minister in ihrem Kader hat. Offenbar ist es also durchaus möglich, als Frau Karriere zu machen und Führungspositionen zu bekleiden.

Als Gegenargument höre ich oft, dies wäre aber nicht in allen Branchen so und gerade im höheren Management größerer Firmen träfe man viel zu selten Frauen. Wobei für mich bisher ungeklärt geblieben ist, ob man da keine Frauen trifft, weil man sie nicht läßt oder weil sie es nicht wollen. Gerade im Finanzsektor oder sagen wir in Bauunternehmen gibt es Positionen, die (so muß man annehmen) ausschließlich von Männern bekleidet werden. Positionen, in denen Mann unwirkliche Summen verdient, dafür aber auch unwirkliche Arbeitszeiten hat und alle zwei Wochen einmal die Welt umreist und zwar nicht zu seinem Vergnügen. Dies sind also die Positionen, um die wir uns streiten, die auch eine Frau soll bekleiden können, die natürlich auch einen Kinderwunsch hegen darf. Wie viele Frauen wollen so einen Job? Mal Hand auf’s Herz, liebe Mitstreiterinnen, habt Ihr wirklich und wahrhaftig Lust auf 12-Stunden-Tage mit millionenschwerer Verantwortung und dem Burnout, das schon hinter dem nächsten Meeting lauert (und zuhause warten die lieben Kinderlein)? Einigen wir uns mal darauf, daß es Frauen gibt, die das möchten. Aber bei aller Liebe, das sind nie und nimmer die meisten. Das ist ein Nischenproblem. Das hat nichts mehr mit den Anfängen des Feminismus zu tun, als es darum ging, allen Frauen die Gleichberechtigung zu erkämpfen. Dann führt halt meinetwegen die Frauenquote ein, obwohl ich davon überhaupt nichts halte. In welcher Führungsposition in männerdominierten Berufen könnte es wohl von Vorteil sein, die Quotenfrau zu sein? AH, Aufschrei, da ist es doch schon: männerdominierte Berufe! DAS ist doch das Problem erst überhaupt! (Rufen da die Feministinnen.) Ja, Mädels, es gibt männerdominierte Berufe, weil Männer physisch und psychisch anders sind als Frauen. Das ist die verdammte Biologie, die auch der Feminismus nicht bekämpfen kann. Und aus dem gleichen Grund gibt es frauendominierte Berufe (siehe: der komplette Sozialsektor), das wollen wir mal bei der ganzen Debatte auch nicht vergessen. Es ist so: Männer sind im allgemeinen belastbarer, sowohl körperlich als auch psychisch (jedenfalls im Beruf), was in eben diesen hohen Positionen wichtig ist. Männer fassen berufliche Kritik seltener als persönliche Beleidigung auf, was das Arbeitsklima deutlich verbessert. (Das ist eine empirische Beobachtung, unterfüttert mit eigenen Erfahrungen.) Und Männer bekommen keine Kinder. Immer noch nicht, diese faulen Schweine. Erklärt mir doch mal, warum ich als profitorientiertes Unternehmen statt eines Mannes eine Frau einstellen sollte, die noch Kinder bekommen möchte (das ist auch ihr gutes Recht, gar keine Frage) und damit zumindest für die Zeit des Mutterschutzes ausfällt? Wenn nicht länger, denn die Mutter ist in den ersten Jahren die wichtigste Bezugsperson für ein Kind, vor allem wenn sie stillt und das sollte sie bittebitte, und auch das ist Biologie und sollte nicht wegen einer vermeintlich wichtigen Karriere als unwichtig abgetan werden. Das Vaterschaftsurlaub-Argument lasse ich also nicht gelten. Hier muß man doch mal als Frau ehrlich zu sich sein und einsehen, daß Kind UND steile Karriere Aufgaben sind, die für 2 bis 3 Leben reichen würden und nun mal nicht in nur eines passen. Jedenfalls nicht, wenn man wenigstens eine davon richtig machen will. (Da kann mir Frau von der Leyen noch so viel erzählen.)

Weil nun Männer sich diese Gedanken nicht machen müssen oder wenigstens nicht in diesem Ausmaß, scheinen einige Frauen sauer auf sie zu sein. So kommt es mir bisweilen vor. Streunt man so durch die sozialen Netze, wird da bald wöchentlich eine andere Sexismussau durchs virtuelle Dorf getrieben. Die letzte war der „große Hotpantsskandal“. Eine Schulleiterin wollte ihren Schülerinnen verbieten, im Unterricht Hotpants zu tragen. Schon das erste Ding war: „Warum geht es bei diesem Verbot nur um die Kleidung der Mädchen?!“ Weil… Jungs selten Hotpants tragen, aus denen ihre Pobacken herausragen? Kommt doch mal bitte klar! Trügen Jungs sexuell aufreizende Kleidung, würde man ihnen das genauso verbieten wollen. Zumindest in der Schule. Privat sollen sie doch alle nackt laufen, wenn sie wollen. Ach so, aber das geht natürlich auch nicht, denn der weibliche Körper soll nicht zum Objekt degradiert werden. Wenn Frauen oder im Falle der Hotpants Mädchen dies aber freiwillig tun, ist es natürlich voll ok. Merkt Ihr denn, welche kognitive Leistung Ihr da von heranwachsenden hormonüberfluteten Jungs erwartet?

Überhaupt verlangen wir von unseren Männern inzwischen doch sehr viel mehr, als nur abends ein erlegtes Mammut mitzubringen und nicht in der Höhle zu pupsen. Der Mann soll einfühlsam sein, Geld verdienen (möglichst viel), im Haushalt helfen, die Kinder hüten, trotzdem stark sein und maskulin, aber bitte seine Hormone im Zaum halten und nicht auf Frauenhintern starren, das ziemt sich nicht. Er soll unsere Bedürfnisse kennen und selbst möglichst wenige haben, immerhin ist er ja der Mann. Der Bart muß flauschig weich sein und darf nicht kratzen und der Einkauf trägt sich auch nicht von allein hoch. Und höflich muß er sein! Höflich, ganz wichtig. Platz in der Bahn anbieten und so. Ja und wir Frauen wollen das auch alles dürfen, wir sind ja jetzt emanzipiert. Wir wollen auch viel Geld verdienen dürfen und einen flauschigen Bart tragen oder zumindest den Einkauf. Wir sind starke Frauen, wir können das auch alles ohne die Männer. Also, wenn wir wollen. Und das entscheiden immer noch wir, wann wir das wollen. Das müssen die Männer dann schon wissen, daß wir das jetzt wollen. Überspitzt: Wenn Frau ein kurzes Röckchen trägt (natürlich nur und ausschließlich für sich selbst), sollen die Männer schon auch kucken, aber nicht SO.

Also bitte, besinnen wir uns vielleicht wieder auf die Unterschiede in unseren Geschlechtern und nehmen wir sie hin. Nur durch diese Unterschiede funktioniert der ganze Menscheitskram überhaupt. Verstehen wir doch Gleichberechtigung wieder als ein Gut, das jedem unabhängig von Geschlecht, Sexualität, Religion, Hautfarbe… zuteil werden soll, und nicht als Mittel, Rechte durchzusetzen, von denen letztlich keiner wirklich Gebrauch machen will.

Zum Abschluß: Die Arbeit, die Feministinnen überall auf der Welt leisten, in Ländern, in denen die Frau immer noch ihres Geschlechts wegen unterdrückt wird, in Afrika, wo Mädchen zwangsbeschnitten werden, in Asien, wo weibliche Nachkommen teilweise noch als Strafe gelten, überall dort, wo täglich Unrecht passiert, ist wahnsinnig wichtig und soll mit diesem Eintrag keineswegs beleidigt werden.

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